Gedenkstättenbesuch Grafeneck

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Gedenkstättenbesuch in Grafeneck

Erinnerungs-und Mahnstätte für einen Massenmord durch die Nationalsozialisten und gleichzeitig Lebensraum, Wohnort und Arbeitsplatz für behinderte sowie psychisch erkrankte Menschen – das ist Grafeneck auf der Schwäbischen Alb heute. 118 Schülerinnen und Schüler der JS1 des beruflichen Gymnasiums der Bertha-Benz-Schule besuchten mit ihren Lehrerinnen Manuela Bernauer, Sarah Honeck und Bettina Miller den Ort individueller Trauer und kollektiven Gedenkens.

Von Januar bis Dezember 1940 wurden in Grafeneck 10 654 behinderte und psychisch kranke Menschen aus Behinderteneinrichtungen sowie psychiatrischen Kliniken in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen ermordet. Die Nationalsozialisten betrachteten sie als „Ballastexistenzen“ und „lebensunwertes Leben“. Grafeneck steht damit für den Beginn der industriellen Ermordung von Menschen NS-Staat. Mit einem Dokumentationszentrum, einem Namens- und Ortsbuch, einer Kapelle, dem Alphabet-Garten und dem historischen Friedhof wird der Opfer gedacht.

 

 

In Workshops beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler auf der Grundlage von historischen Quellen mit Opfern und Tätern der menschenverachtenden NS-Herrschaft. Hierbei und bei der Führung über das Gelände bekamen die Schülerinnen und Schüler einen tiefen Eindruck von der Grausamkeit und dem Zynismus der NS-Verbrechen an den schwächsten Menschen der Gesellschaft. Dieser zeigte sich in auch in scheinbar unbedeutenden Dingen. In einer Baracke standen immer 100 frisch bezogene Betten bereit, die die Opfer aber nur in den seltensten Fällen benutzten, da zwischen der Ankunft mit den berüchtigten grauen Bussen und der Tötung in der Gaskammer meist nur wenige Stunden vergingen. 

Ein Mitglied der inklusiven Gruppe der Grafenschrecks appellierte am Ende der Führung an die Schülerinnen und Schüler menschenverachtendes Handeln weder im Kleinen noch im Großen jemals wieder zuzulassen.

Unterstützt wurde die Exkursion vom Fördeverein der Bertha-Benz-Schule.